Die Nothilfe nach dem Erdbeben
Die Bonner Hilfsorganisation HELP – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. war in der Vergangenheit nach schweren Erdbeben immer wieder im Einsatz und leistete Nothilfe. „Wir kommen nicht mit Hunden und suchen nach Verschütteten“, erklärt Wolfgang Nierwetberg von HELP. „Wir schauen stattdessen vor Ort, was dringend gebraucht wird und wo andere schon helfen. Wir füllen dann die Lücken.“ Die Maßnahmen bei der Erdbebenhilfe unterscheiden sich laut Nierwetberg nur in wenigen Punkten von jenen bei anderen Naturkatastrophen. In allen Fällen sei es das Wichtigste, die Überlebenden zu versorgen. Bei der Erdbebenhilfe könnten indes Nachbeben, die noch Wochen oder Monate nach der eigentlichen Katastrophe auftreten können, den Wiederaufbau belasten. „Da muss man etwa darauf achten, dass nicht sofort mit Zement gearbeitet wird, der sechs Wochen zum Trocknen braucht“, erklärt Nierwetberg, der seit 1992 bei HELP arbeitet. Zudem ist das wahre Ausmaß der Naturkatastrophe erst später zu erkennen, da durch das Beben oftmals die Infrastruktur zerstört sowie die Kommunikation unterbrochen ist – dadurch haben die Hilfsorganisationen Probleme, in andere betroffene Gegenden zu reisen, um sich ein umfassendes Bild zu machen.
Beim Wiederaufbau nach einem Erdbeben spielen die klimatischen Bedingungen der geschädigten Region eine wichtige Rolle. Beim Beben in Pakistan etwa verschärfte ein Wintereinbruch die Situation der Millionen Obdachlosen. Die Menschen mussten schnellstmöglich mit robusten Unterkünften versorgt werden. Zudem konzentrieren sich die Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft darauf, Strukturen zu schaffen, die längerfristig Bestand haben. Gerade in armen Ländern richten Erdbeben den größten Schaden an, da dort der Lebensstandard niedrig und Gebäude oft nicht erdbebensicher konstruiert sind. „Wir bauen die Häuser dann so stabil, dass sie das nächste Erdbeben überstehen“, sagt Nierwetberg.
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