Ein Monat nach dem Zyklon: Bilanz der Katastrophenhilfe zwiespältig
- Bisher etwa die Hälfte der Betroffenen erreicht
- Reis muss in den nächsten Wochen gesät werden, sonst droht zusätzliche
Hungersnot Friedrichsdorf / Rangun, 2. Juni 2008.Vier Wochen nach dem verheerenden
Zyklon Nargis am 2. Mai brauchen Hunderttausende Menschen in Myanmar weiter
dringend Hilfe. "Wir müssen uns in den nächsten Schritten darauf
konzentrieren, die zerstörten Hütten und Häuser wieder aufzubauen und vor
allem die Reisernte zu sichern, sonst sterben nochmals Zigtausende an
Hunger", sagt World Vision-Mitarbeiter Steve Goodswaard, der als einer der
ersten internationalen Helfer abgelegene Gebiete des Irrawaddy-Deltas per
Boot erreichte. Weite Teile des Flussdeltas stehen vier Wochen nach dem Zyklon noch immer
unter Wasser. Die Katastrophenhilfe hat bisher schätzungsweise die Hälfte
der rund 2,5 Millionen Betroffenen erreicht. Eines der größten Probleme
ist, dass für Hilfsaktionen in den Überschwemmungsgebieten nicht genügend
Boote zur Verfügung stehen. World Vision-Mitarbeiter Goodswaard: "Die
Menschen hier in dieser Region leben größtenteils vom Reis, aber ihre
Aussaat ist weggespült und ihre Felder teilweise überschwemmt. Wir müssen
jetzt dringend Saatgut verteilen, so dass die Bauern innerhalb der nächsten
Wochen die noch nutzbaren Felder bewirtschaften können." Außerdem bräuchten
die Bauern Rinder zum Pflügen. Etwa 280.000 Nutztiere seien bei dem Zyklon
getötet worden. "Wenn jetzt die Reis-Aussaat verpasst wird, droht eine
zusätzliche Hungersnot", so Goodswaard. World Vision-Helfer Goodswaard hat aus der Deltaregion aber auch Hoffnung
mitgebracht: "Wir stoppten mit unserem Boot in einem kleinen Sumpfareal, in
dem die meisten Bambushütten umgestürzt und weggespült waren, aber noch
einige Hütten standen. Das war das Dorf Aut Pyun. Von 600 Dorfbewohnern
haben 300 überlebt. Ich dachte, ich treffe dort auf völlig verzweifelte
Menschen. Stattdessen sah ich, wie einige Überlebende aufräumten und die
Hütten wieder notdürftig aufbauten. Es war tief bewegend zu sehen, wie
diese Menschen sich gegenseitig helfen und ihr Schicksal selbst in die Hand
nehmen." Die lokalen Mitarbeiter von World Vision haben bisher rund 250.000
betroffene Männer, Frauen und Kinder in Myanmar versorgt. Während die
Unterstützung mit sauberem Trinkwasser, Decken, Schutzplanen,
Wasserkanistern sowie Koch- und Hygienesets weitergeht, planen die
Mitarbeiter auch längerfristige Hilfe, z.B. den Wiederaufbau und die
Förderung der Landwirtschaft. World Vision bittet weiter um Spenden für betroffene Familien in Myanmar und zwar an "Aktion Deutschland Hilft", das Bündnis der deutschen Hilfsorganisationen, bei dem World Vision eines von zehn Mitgliedern ist und die Unterstützung aus Deutschland gebündelt wird. Bitte veröffentlichen Sie folgende Spendennummer: |