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Beispiel Malteser: Dr. Marie Theres Benner, Referentin Gesundheitsprogramme bei Malteser International, gab nach einem Projektbesuch im Irrawaddy-Delta Auskunft über den Stand der laufenden Projekte. Lesen Sie hier Auszüge aus dem Gespräch:
Frau Dr. Benner, wie sieht die Hilfe von Malteser International derzeit aus? Zwei Monate nach dem Zyklon haben wir die Phase der Nothilfe hinter uns gelassen. Jetzt geht es darum, die Gesundheitsstrukturen hier im Delta weiter zu stärken, um die Verbreitung von Krankheiten wie Dengue-Fieber und Malaria zu vermeiden bzw. zu minimieren. Denn noch immer besteht ein hohes Risiko, dass Epidemien ausbrechen. Nach dem Zyklon beauftragte das Gesundheitsministerium von Myanmar das „International Hospital“ mit dem Bau eines Gesundheitszentrums in Thin Gan Kone auf der Insel Purain und der Einrichtung weiterer provisorischer Gesundheitszentren in anderen Dörfern.
Diese provisorischen Zentren werden wir Malteser nun übernehmen und so lange weiterbetreiben, bis die lokalen Strukturen wieder funktionieren. Bei deren Aufbau werden wir uns ebenfalls beteiligen. Zudem werden wir so genannte „Gesundheitserzieher“ schulen und in die Dörfer der Insel schicken, die die Menschen über Hygienemaßnahmen aufklären und ihnen zeigen, wie sie sich vor Krankheiten schützen und Epidemien vorbeugen können. Können Sie uns erklären, warum der Kampf gegen die Verbreitung des Dengue-Fiebers gerade jetzt so wichtig ist? Dengue-Larven wachsen und vermehren sich in stehenden Gewässern. Direkt nach dem Zyklon sank das Dengue-Risiko zunächst, da viele der stehenden Gewässer aufgewühlt, die Larven somit weggespült worden waren. Jetzt aber regnet es wieder viel, das Wasser sammelt sich, die Larven finden optimale Bedingungen vor. Hinzu kommt natürlich, dass viele Menschen noch immer kein festes Dach über dem Kopf, geschweige denn ein Moskitonetz haben und in sehr provisorischen Verhältnissen leben. Diese Kombination verstärkt das Risiko der Verbreitung der Krankheit. Es gibt zwei Arten von Dengue Fieber, eine von ihnen ist seltener, verläuft aber tödlich, wenn die Kranken nicht behandelt werden. Häufig betroffen sind Kinder. Hier auf Purain fehlt uns leider ein Labor, um den Schweregrad des Dengue-Fiebers zu bestimmen und eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Es erfordert Erfahrung und Geschick des klinischen Personals, um die Symptome der Erkrankung korrekt zu erfassen. Das ist eine große Herausforderung für unsere Mitarbeiter. Welche Maßnahmen trifft Malteser International in diesem Zusammenhang? Zunächst einmal versuchen wir, die Dörfer von dem Müll und Unrat zu säubern, der sich durch den Zyklon angesammelt hat, um so die Brutstätten der Larven zu verringern. Hier kommt ein weiterer positiver Faktor ins Spiel: Da wir das nicht alles selbst mit unseren Mitarbeitern schaffen, stellen wir Tagelöhner ein, die uns bei der Arbeit helfen. So können die Überlebenden etwas Gutes für ihre Gemeinschaft tun und sich gleichzeitig einen kleinen Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt dazu verdienen. Zusätzlich werden die Malteser gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Gesundheitsministerium Myanmars und anderen Organisationen eine Anti-Dengue-Kampagne durchführen. (das Interview führte Esther Suchanek von Malteser International)
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